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Mehr als ein Konzert­saal

In München schrieb Michael Ende die unendliche Geschichte, die er allerdings abschloss. Die Suche nach einem Konzertsaal schien eine Fortsetzung zu werden, die den Titel beim Wort nahm … bis mit der Post die Erlösung kam. Ein Märchen mit Happy End?

Von der Öffentlichkeit völlig unbeachtet, fristete nur zweieinhalb Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt ein Meisterwerk der Betonarchitektur ein Dasein in Abgeschiedenheit: die Paketposthalle, die nun aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden ist. Der Prinz, das wäre der Freistaat Bayern, der für die Musikmetropole München schon seit Jahren und mit zunehmender Dringlichkeit nach einem neuen Konzertsaal Ausschau hält. Denn 2020 muss mit der Grundsanierung des Gasteigs begonnen werden, und dann wären die zwei weltbekannten Klangkörper der Stadt auf den in vielerlei Hinsicht beschränkten Herkulessaal angewiesen und ansonsten gewissermaßen obdachlos.

Ein Dach bietet, nicht nur im übertragenen Sinne, das beeindruckende Gewölbe und dazu drei grundsätzliche Vorzüge. Erstens: dass es bereits existiert. Zweitens: dass es in seiner außergewöhnlichen und zugleich dienenden Ästhetik dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Münchner Philharmonikern einen denkbar geeigneten Rahmen bietet. Drittens: dass es das Zeug zu einem neuen Münchner Wahrzeichen hat, und zwar genau am Ort der intensivsten stadtplanerischen Dynamik.

Auf dieser Seite finden Sie die Details zu diesem Projekt, die zeigen, dass es ebenso märchenhaft wie realistisch ist.

Wir wünschen eine interessante Lektüre und hoffen auf große Resonanz.

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Münchens un­­­­be­­­­­­kann­­ter Dom

Zwischen dem breiten Gleisbett, das vom Hauptbahnhof aus nach Westen verläuft, und der Arnulfstraße befindet sich kurz vor der Friedenheimer Brücke die ehemalige Paketposthalle der Deutschen Post – ein ebenso überraschender wie imposanter Bau. Das 145 m weite, 30 Meter hohe und 124 Meter lange Gewölbe besteht aus 1582 Betonfertigteilen und wurde in den Jahren 1965 bis 1969 von den Architekten Rudolf Rosenfeld und Herbert Zettel zusammen mit Ulrich Finsterwalder und Helmut Bomhard erbaut, für die Tragwerksplanung zeichnete Paul Gollwitzer verantwortlich.

Die Post ließ das aufgrund seiner Form als »Paketdom« bezeichnete Dach in Tonnenbauweise errichten, um darunter auf fünfzehn Gleisen die Paketzüge direkt abzufertigen – damals war die Bahn noch das Transportmittel der Wahl. Ende der 1990er Jahre hatte sich dies geändert, die Post legte die Gleise still und ließ ein Briefzentrum unter dem Hallendach bauen.

Nachhaltigkeit, Denkmalschutz und Akzeptanz

Mit dem Projekt »Die Resonanz« wird eine zweite Umwidmung erfolgen – diesmal nicht mehr intern, sondern zum Nutzen der bayerischen Landeshauptstadt. Das spektakuläre Flächentragwerk, seinerzeit das weltweit größte seiner Art, bringt gegenüber anderen Alternativen einen entscheidenden Vorteil mit: Es ist bereits da.

Das klingt banal, bedeutet aber ein dreifaches Plus: Mehr Nachhaltigkeit und Verantwortung auf der einen Seite, da nicht grundsätzlich alles abgerissen und neugebaut werden muss. Hinzu kommt die Synergie mit dem Denkmalschutz, der sich nun an die ohnehin notwendige Gebäudeinstandhaltung koppeln kann. Und schließlich ein nicht zu unterschätzender Aspekt – das deutlich größere Potential an Akzeptanz. Die vielen Diskussionen über den bis heute nicht besonders geliebten Gasteig, die bei jedem Neubau in der traditionell kritischen Bevölkerung wiederaufleben können, wird es hier nicht geben, ganz im Gegenteil. Die Münchner bekommen einen Schatz zurückgeschenkt, auf den sie stolz sein werden.

Eine einmalige Chance

Die Verantwortlichen der Deutschen Post AG befürworten das Projekt und haben den Investoren (siehe unten) bereits eine Zusage zum Verkauf erteilt. Der Umzug des Briefzentrums wird so rasch wie möglich erfolgen, die Suche nach einem geeigneten Ersatzareal läuft bereits intensiv. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Deutlich wurde gemacht, dass diese Entscheidung an die Nutzung für »Die Resonanz« geknüpft ist. Sollte das Konzertsaal-Projekt nicht durchgeführt werden, bliebe es bei der jetzigen Nutzung als Briefzentrum und die einzigartige Halle bliebe der Öffentlichkeit auf unbestimmte Zeit verschlossen. Daher ist »Die Resonanz« neben allen anderen musikspezifischen Vorteilen eine einmalige Chance zur Rückgewinnung eines Baudenkmals für München.

Ideale Lage

Aus einer Reihe von Gründen hat »Die Resonanz« eine besonders günstige Lage. Da ist zunächst die Tatsache, dass sich in unmittelbarer Nähe (5 Gehminuten) die Station »Hirschgarten« der S-Bahn-Stammstrecke befindet. Darüber hinaus gibt es bereits heute in 2 bzw. 6 Gehminuten Haltestellen der Buslinie 62 und der Trambahnen 16 und 17 – ohne den Planungen der Münchner Verkehrsgesellschaft vorzugreifen, die mit Sicherheit auf den erhöhten Bedarf reagieren werden.

Auch die Anfahrt mit Pkw oder Reisebus ist denkbar unkompliziert. Von allen Autobahnen aus gelangt man leicht zur Resonanz: Von den Autobahnen Salzburg und Nürnberg kommend über den Mittleren Ring und die Arnulfstraße, von den Autobahnen Garmisch-Partenkirchen und Lindau über die Fürstenrieder Straße und Friedenheimer Brücke sowie von der Autobahn Stuttgart über die Verdi-, Menzinger- und Arnulfstraße.
Positiv ist auch die Nähe sowohl zum Hauptbahnhof und dem Zentralen Omnibusbahnhof als auch zum Bahnhof Pasing. Das ist nicht nur für Zugreisende ein unmittelbarer Vorteil, sondern auch perspektivisch von großem Wert, da die Mobilitätstendenzen der Zukunft den Bahnhöfen eine zentrale urbane Rolle zuweisen.


Ein Ost-West-Konflikt der eigenen Art

Betrachtet man die Verteilung der wichtigsten Kultureinrichtungen in München, so stellt man auf den ersten Blick fest, dass neben der erwartungsgemäßen Ballung um die Stadtmitte eine deutliches Gefälle nach Osten vorhanden ist, während im Westen zwischen Kunstareal (das aber eigentlich eher dem Zentrum zuzuordnen ist) und den periphär gelegenen »Einzelkämpfern« Schloss Nymphenburg oder Pasinger Fabrik eine unübersehbare Lücke klafft.

»Die Resonanz« schafft dank ihrer Bedeutung einen Ausgleich und gibt München so etwas wie eine Kultursymmetrie; ein schönes Sinnbild hierfür ist, dass der Gasteig und »Die Resonanz« sich in gleicher Entfernung vom Hauptbahnhof befinden – oder genauer: in gleicher Nähe.

Kultureller Bezugspunkt für die neuen Wohngebiete

Die extrem dynamische Innenstadterweiterung nach Westen – von der Hackerbrücke bis zum Hirschgarten – ist eine der bemerkenswertesten urbanistischen Prozesse der letzten Jahre. Hier würde »Die Resonanz« an ein früheres Phänomen anknüpfen: dass Stadterweiterungen häufig mit dem Neubau kultureller Einrichtungen verbunden waren, wie etwa Pinakothek, Glyptothek, Bayerische Staatsbibliothek, Gärtnerplatztheater oder Prinzregententheater.

Die neuen Wohngebiete auf zentralen Bahnflächen im Münchner Westen erhalten mit der »Resonanz« einen bis jetzt noch überhaupt nicht vorhandenen kulturellen Bezugspunkt, der sich dank seiner prägnanten Architektur und seiner internationalen relevanz identitätsstiftend auswirken wird.

Im Zeichen der Realisier­barkeit

»Die Resonanz« ist ein visionäres Projekt. Aber keineswegs utopisches, sondern ein sehr realistisches.

Die Deutsche Post AG hat, wie bereits dargelegt, zugesichert, für das Projekt das gesamte Gelände zu verkaufen und führt Gespräche mit den Anbietern alternativer Grundstücke, um zeitnah umziehen zu können. Da das Gewölbe die Durchführung von Bauarbeiten auch im Winter möglich macht, spricht nichts gegen einen zügigen Zeitplan mit Spatenstich 2017 und Eröffnung 2020.

Die bestehende Architektur ist nach statischen Gesichtspunkten unbedenklich und bietet von ihren Dimensionen her ausreichende Flächen und Raum für einen Konzertsaal für 1.900 Besucher und weitere Musiksäle. Das haben entsprechende Vorab-Studien bestätigt. Das Gelände bietet darüber hinaus Flächen für zusätzliche Gebäude und Nutzungen im Sinne einer »Musikstadt«. Wenn der Landtag und der Ministerpräsident das Projekt »Die Resonanz« nach der letzten Fraktionssitzung vor der Sommerpause favorisieren, wird eine ausführliche Machbarkeitsstudie durchgeführt, die spätestens bis November 2015 abgeschlossen sein wird.


Die Finanzierung

Durch die Beteiligung eines privaten Investors werden die Konzertsäle den öffentlichen Haushalt wesentlich geringer belasten als bei alleiniger Umsetzung durch den Freistaat Bayern. Initiator und Investor ist die Bayerische Projekt Beteiligung GmbH (BPB), an der zu jeweils 50 Prozent die »Mathias Niemeier Property Makers« und die »Michael Dankerl Bau GmbH« beteiligt sind; sie wird durch den Gesellschafter Mathias Niemeier repräsentiert.

Die Public-Private-Partnership sieht folgenden Ablauf vor: Die BPB erwirbt das Grundstück »Sondergebiet Post«, auf welchem die Halle steht, sowie die angrenzende Flächen von der Deutschen Post AG (respektive dem Pensionsfonds der Deutschen Post AG, dem Eigentümer laut Grundbuch). Es wird ein Bebauungsplan-Verfahren eingeleitet und die BPB baut die Konzertsäle. Eine von ihr initiierte und geführte Betreibergesellschaft setzt dann das Nutzungskonzept operativ um. Langfristig geht das Grundstück in das Eigentum des Freistaates Bayern über, der mit der Betreibergesellschaft einen Pachtvertrag mit 50-jähriger Laufzeit für die Konzertsäle abschließt.

Dem Investor steht eine Gruppe von Initiatoren und fachlichen Beratern zur Seite: Andrea Gebhard (Büro Mahl-Gebhard-Konzepte Landschaftsarchitekten), der Architekt Joachim Jürke (Juerke Architekten BDA), der Rechtsanwalt Josef Nachmann (Nachmann Rechtsanwalts GmbH) und der Immobilienexperte Konstantin Wettig (KW Real Estate). Dass nicht nur die Investoren, sondern alle am Projekt Beteiligten in München ansässig sind, unterstreicht die Verwurzelung der »Resonanz« in der bayerischen Landeshauptstadt.

Ein neuer Saal, ein neuer Treffpunkt

Entstehen werden unter dem beeindruckenden Gewölbe ein großer Konzertsaal für 1.900 Personen und mehrere kleinere Säle. Damit wird das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks einen angemessenen eigenen Saal erhalten – den drittgrößten der seit dem Jahr 2000 in Europa gebauten. Und die Münchner Philharmoniker können während der Gasteig-Sanierung dahin ausweichen, ebenso wie alle Konzertveranstalter.

Doch nicht nur das. Ein übergreifendes Nutzungskonzept wird das Areal mit Leben füllen: Cafés, und Restaurants, Läden und Räume für Kulturveranstaltungen schaffen einen Rahmen, der nicht nur Konzertgänger anzieht und so den neuen Saal nicht zum Fremdkörper, sondern zum willkommenen neuen Nachbar macht.

Das wird auch städtebaulich unterstützt. Es entstehen öffentliche und halböffentliche Plätze, ein Treffpunkt für alle im Stadtviertel und in gleichem Maße ein neues Stück Stadt – ein urbaner Komplex für Kunst- und Kultur, der seinen musikalischen Schwerpunkt in ein breites Konzept integriert. Anschließend könnte das Grundstück unmittelbar erworben werden, so dass »Die Resonanz« bis voraussichtlich Ende 2020 fertiggestellt sein würde.

Mehr als ein Konzert­saal

Interesse namhafter Architekten aus der ganzen Welt

München leuchtet bekanntlich. Und »Die Resonanz« wird dieses Leuchten noch verstärken. Das kann man heute schon feststellen, denn einige der angesehensten Architekten unserer Zeit – etwa David Chipperfield aus London oder Nieto Sobejano aus Madrid – waren bereits vor Ort und zeigten sich von dem Vorhaben sehr angetan.

Den Ort inhaltlich, ästhetisch, kulturell und sozial weiterschreiben

Auch sie waren von der besonderen Ästhetik dieses Meisterwerks der Betonarchitektur beeindruckt, das Kühnheit der Konstruktion und reine Schönheit in sich vereint. Dass diese aus einer rein funktionalen, letztlich dienenden Aufgabe entspringt, macht »die Resonanz« umso reizvoller.

Meisterwerk der Betonarchitektur

Das Konzept zeigt einen beispielhaften Weg, die »Ressource Architektur« zu nutzen, ihre »in der Bausubstanz gespeicherten Energien und Potenziale« (M. Petzet). Es geht darum, den Ort weiterzuschreiben, inhaltlich, ästhetisch, kulturell und sozial. Damit greift der Freistaat eine Tendenz auf, die sich dem verantwortungsvollen Umgang mit dem Bestehenden verschreibt. »Die Resonanz« ist das Gegenteil der Errichtung eines egozentrischen Solitärs und eine klare Abkehr von der überkommenen Idee des »Stararchitektentums«.

Ein neues, unverwechselbares Wahrzeichen von internationalem Rang für die Musikmetropole München

So wird »Die Resonanz« in doppelter Hinsicht zum Wahrzeichen: als sichtbare Ikone, deren architektonische Exzellenz diejenige der Musik widerspiegelt, und als Symbol einer Haltung. Es wird kaum Orte auf der Welt geben, an denen die augenfällige Verbindung von Tradition und Moderne so überzeugend zum Ausdruck kommen kann wie in der Hauptstadt des Freistaats Bayern.

Impressum

Herausgeber
CAMPO Projekt Entwicklungsgesellschaft, München
info@die-resonanz.de

Projektentwicklung
CAMPO Projekt Entwicklungsgesellschaft, München

Investor
Bayerische Projekt Beteiligung GmbH

Beratung und Planung
mahl.gebhard.konzepte, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner BDLA, München
jürke architekten bda, München
Nachmann Rechtsanwalts GmbH, München
KW Real Estate, München

V.i.S.d.P.
Nachmann Rechtsanwalts GmbH, München

Webauftritt
Phaenom GmbH, München

Am Projekt Beteiligte

Kommunikationskonzept
KMS BLACKSPACE GmbH, München

Kapazitäts- und Nutzungsstudien
actori cee GmbH, München

Technische Fachberatung
Akustik: Müller BBM, München
Statik: Sailer/Stepan, München
Bauphysik: IB Hausladen, München
Brandschutz: Sacher Ingenieure und Sachverständige, München

3D-Modellierung und 3D-Druck
Phaenom GmbH, München

Konzeptionelle und gestalterische Begleitung Architektur & Städtebau
STUDIO_KREFT, München

Gestaltung der Printmedien
KMS BLACKSPACE GmbH, München

Bildnachweise (unsortiert)
CAMPO Projektentwicklungsgesellschaft
jürke architekten
Stefan Müller-Naumann
Google Maps
Sigrid Neubert
KMS BLACKSPACE
Phaenom GmbH
STUDIO_KREFT